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Vorstellungsgottesdienst der Konfirmanden

SELBERMACHER

 

Sonntagvormittag, kurz nach halb zehn: Der Fahrradständer links neben dem Kircheneingang ist komplett belegt, und auch bei den übrigen potenziellen Drahtesel-Stellplätzen wird es langsam eng. Was geht hier vor? Klimaschutz-Demo des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs, Landfrauen auf Kirchenbesichtigungs-Tour, Probefahrt-Aktionstag der Firma Feichtenschlager? Nichts davon, heute haben hier die Konfirmanden das Gottesdienst-Kommando übernommen, und die reisen mangels Führerschein nun mal extrem klimafreundlich an.

Die ganze Veranstaltung nennt sich „Vorstellungsgottesdienst der Konfirmandinnen und Konfirmanden“ und ist in Eddelak längst eine liebgewonnene Tradition zum Ende einer jeden Konfirmandenzeit. Wenige Wochen bevor die jungen Christen ganz offiziell in die Erwachsenengemeinde aufgenommen werden, hat der Nachwuchs die reizvolle Aufgabe, den knapp einstündigen Sonntagsgottesdienst in Eigenregie zu gestalten und zu organisieren. Was schon mal deutlich leichter fällt, wenn die ganze Sache unter einem bestimmten Motto steht. Das lautet in diesem Jahr „Heimat“ – ein Begriff, der noch vor wenigen Jahren nach „Bundeskegelbahn“ oder auch „Seniorenteller“ klang, mittlerweile aber auch wieder von Unter-Fünfzigjährigen mit einer erfrischenden Selbstverständlichkeit benutzt wird.

Die mit Muttis, Vatis, Omas und Opis sowie Onkeln und Tanten gut gefüllte St. Marienkirche hat also ein schönes gemeinsames Thema, und so verwundert es auch niemanden, wenn nach der Begrüßung durch zwei der 23 Konfirmanden zur Freude aller Max Giesingers „Zuhause“ vom Band ertönt. Merke: Was vor gar nicht so langer Zeit vom aufbegehrenden Nachwuchs als „Schlager“ gebrandmarkt worden wäre, macht mittlerweile Jugendliche froh – und Erwachsene ebenso.

Der Konservenmusik folgt erfreulicherweise jede Menge Live-Programm, das die 14 Mädchen und neun Jungen in mehreren Arbeitsgruppen vorbereitet haben. So präsentiert die sechsköpfige Fotogruppe mit einer Bilder-Show die Jagderfolge diverser Fotosafaris in und um Eddelak. Heimat in Bildern? Das sind Schafe und Kühe, natürlich Kirche und Friedhof, aber auch das Familien-Wohnmobil oder Suhr’s-Wirtin Anke Migge beim Kaffeetrinken. Die zweimal in leicht wechselnder Besetzung und beides Mal leicht mädchenlastig auftretende Musikgruppe interpretiert sicht- und hörbar gutgelaunt Lieder von Adel Tawil und Fynn Kliemann (muss man als Ü-40-Jähriger nicht kennen…), die praktischerweise jeweils den gleichen Titel wie besagter Giesinger-Ohrwurm haben: „Zuhause“.

Zu einem Sonntags-Gottesdienst gehören aber nun mal auch klassische Elemente wie Gebete, die Lesung und eine Predigt. Und auch diese Beiträge liefern die Jugendlichen bestens vorbereitet und sympathisch-persönlich. Für den gelungenen Rahmen sorgte die Deko-Gruppe: Zwei Mädchen und drei Jungen erklären der Gemeinde, was genau hinter ihren Gestaltungsideen steckt. Gemeinsam gesungen wird natürlich auch noch. Nein, ausnahmsweise keine Lieder mit dem beliebten Titel „Zuhause“; die beiden Fast-schon-Klassiker „Herr, deine Liebe“ und „Komm, Herr, segne uns“ sind es, die von den Konfirmanden und der Gemeinde gemeinsam zu Gehör gebracht werden.

Pastorin Anne Karakulin darf sich an diesem Vormittag ganz aufs Zuhören, Zuschauen und Genießen beschränken. Ihr bleiben nur zwei kleine Auftritte: die Verabschiedung des Teamers Sören Schatt und die Ehrung des „Gottesdienst-Rekordbesuchers“ unter den Konfirmanden, der zwei mehr als die 15 „Pflicht-Gottesdienste“ aufzuweisen hat.

Kurz vor elf Uhr geht eine rundherum gelungene Veranstaltung zu Ende, und viele Familienangehörige und eine Pastorin können ziemlich stolz auf den Nachwuchs sein.

 

Klaus Herder

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