Die Geschichte der Orgel in Eddelak

Abb. 13: Zweiteilige Orgel mit historischen Pfeilen. Der obere Teil wurde 1763 von Johann Daniel Busch aus Itzehoe, der untere 1842 von Alfred Wohlin aus Altona hergestellt.

Johann Ernst Hops war in Eddelak Bader (eine Vorform eines Chirurgen) und Krugwirt und heiratete am 10. Dezember 1709 eine Jungfer Gertrud Margarethe Riketiden, Tochter eines Ratsherrn in Ratzeburg. Deren Tochter Margaretha, deren Geburtstag ich nicht weiß, heiratete1728 Tewes Tewes, den schon genannten Kirchenbaumeister.

1735 starb Hops bei einem Reitunfall und seine Witwe betrieb zusammen mit ihrer Schwester den Krug weiter.1753 stifteten die beiden 300 Mark für eine Orgel, die jedoch erst 1763 wahrscheinlich von Johann Daniel Busch geliefert worden ist (nicht wie Johnsen angibt Johann Dietrich Busch, da der den Betrieb schon 1758 an seinen Sohn übergab.) Der Schulhalter erhielt fortan von der Gemeinde jährlich 30 Mark. Dafür sollte er einen des Orgelspiels kundigen Menschen anstellen. Dieser erste Teil der Orgel, über den ich eben berichtet habe, ist der obere.

Der untere Teil der heutigen Orgel ist 1840 zur Hundertjahrfeier der Kirche von Johann Carsten Boje Friedrich Piehl von Josenburg und Eggert Schmielau in Blangenmoor-Lehe für 2400 Mark gestiftet und 1842 von Alfred Wohlin in Altona unter das alte Orgelpositiv gesetzt worden. Vermutlich hat er dabei auch das Klangbild der Orgel romantisiert. Das Gehäuse dieser zweiten Orgel war aber so lang bemessen, daß in ihm noch Platz für zwei weitere Register verblieb. Diese zwei Register wurden 1978 eingebaut.

Die Kirchengemeinde erhielt sie durch Vermittlung des inzwischen leider verstorbenen Orgelbaubeauftragten, dem Meldorfer Kirchenmusikdirektor Dr. Peter Mohr, von der Kirchengemeinde Meldorf (aus dem Bestand der alten Meldorfer Domorgel) geschenkt. Leider waren die sechs tiefsten Pfeifen so groß, daß sie in dem Gehäuse keinen Platz fanden und durch gleichgestimmte aus Zinn ersetzt werden mußten, die entsprechend kleiner gestaltet werden konnten. Diese sechs Peifen sind also wohl die einzigen von 1350 Pfeifen in 16 Registern, die die Kirchengemeinde Eddelak selber bezahlt hat. Allerdings sind die Wartungsarbeiten, die bei einem so kostbaren Instrument (ihr Wert wurde 1978 mit 180.000,- DM geschätzt) schon teuer genug.

Abb. 14: Stifterkartusche über der Orgel von 1842. Die obere Jahreszahl 1753 nennt das Stiftungsjahr, jedoch nicht das Jahr der Ausführung.

Erst im letzten Jahr waren bei Wartungs- und Renovierungsarbeiten, die auf Anregung des Kirchenmusikbeauftragten Herrn Beutling aus Tönning von der Orgelbaufirma Rudolf Neuthor in Kiel durchgeführt wurden, Kosten von ca. 51.000,- DM entstanden, wobei alles historische Pfeifenmaterial, soweit es beschädigt war repariert, jedoch nicht ersetzt wurde, was zwar kostenaufwändiger wurde, aber doch dem Wert der ursprünglichen Pfeifen gerecht wurde. Übrigens hat diese Orgel noch eine Besonderheit, nämlich eine mechanische Windschöpfanlage aus Lederbälgen, die die Orgel meines Wissens als einzige im Kirchenkreis von einem elektrischen Gebläse unabhängig macht und somit auch ein Bespielen bei Stromausfall ermöglicht. Übrigens wurde diese mechanische Windschöpfanlage früher von Schülern bedient, und wenn sie ihrem Lehrer, dem Organisten, nicht recht gut gesonnen waren, haben sie ihm mitunter auch etwas die Luft abgekniffen. So etwas kann heute natürlich bei einem elektrischen Gebläse nicht mehr

Anmerkung der Redaktion: Dieses Bild wurde fälschlicherweise in der Originalchronik im Kapitel "Der neue Friedhof von 1831" abgedruckt. Die Bildunterschrift legt aber nah, dass es zum diesem Kapitel gehören muss.

 

Abb. 15: Fotografie des Ölbildes von Eggert Schmielau (Lehe). Er war einer der Stifter unteren Orgel. Das BIld hängt im Schmielau-Hof in Molfsee. Der zweite Stifter Johann Carsten Boje Friedrich Piel, hatte vorher schon die Wetterfahne von 1829 anfertigen lassen.

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