Predigttexte

Predigt aktuell

Matthäus 28,1-10:
1 Als aber der Sabbat vorüber war und der erste Tag der Woche anbrach, kamen Maria Magdalena und die andere Maria, um nach dem Grab zu sehen.
2 Und siehe, es geschah ein großes Erdbeben. Denn ein Engel des Herrn kam vom Himmel herab, trat hinzu und wälzte den Stein weg und setzte sich darauf.
3 Seine Erscheinung war wie der Blitz und sein Gewand weiß wie der Schnee.
4 Die Wachen aber erbebten aus Furcht vor ihm und wurden, als wären sie tot.
5 Aber der Engel sprach zu den Frauen: Fürchtet euch nicht! Ich weiß, dass ihr Jesus, den Gekreuzigten, sucht.
6 Er ist nicht hier; er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt und seht die Stätte, wo er gelegen hat;
7 und geht eilends hin und sagt seinen Jüngern: Er ist auferstanden von den Toten. Und siehe, er geht vor euch hin nach Galiläa; da werdet ihr ihn sehen. Siehe, ich habe es euch gesagt.
8 Und sie gingen eilends weg vom Grab mit Furcht und großer Freude und liefen, um es seinen Jüngern zu verkündigen.
9 Und siehe, da begegnete ihnen Jesus und sprach: Seid gegrüßt! Und sie traten zu ihm und umfassten seine Füße und fielen vor ihm nieder.
10 Da sprach Jesus zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Geht hin und verkündigt es meinen Brüdern, dass sie nach Galiläa gehen: Dort werden sie mich sehen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Johannes 8,12:

Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Johannes 12,12-19:
12 Als am nächsten Tag die große Menge, die aufs Fest gekommen war, hörte, dass Jesus nach Jerusalem kommen werde, 13 nahmen sie Palmzweige und gingen hinaus ihm entgegen und schrien: Hosianna! Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn, der König von Israel! 14 Jesus aber fand einen jungen Esel und setzte sich darauf, wie geschrieben steht (Sacharja 9,9): 15 »Fürchte dich nicht, du Tochter Zion! Siehe, dein König kommt und reitet auf einem Eselsfüllen.« 

16 Das verstanden seine Jünger zuerst nicht; doch als Jesus verherrlicht war, da dachten sie daran, dass dies von ihm geschrieben stand und man so an ihm getan hatte. 17 Die Menge aber, die bei ihm war, als er Lazarus aus dem Grabe rief und von den Toten auferweckte, bezeugte die Tat. 18 Darum ging ihm auch die Menge entgegen, weil sie hörte, er habe dieses Zeichen getan. 19 Die Pharisäer aber sprachen untereinander: Ihr seht, dass ihr nichts ausrichtet; siehe, alle Welt läuft ihm nach.

Predigt am Ostersonntag, am 16. April 2017 über Matthäus 28,1-10 mit den Taufen von Mia Marie K. und Lina P.

 

Liebe Gemeinde,

warum können wir Ostern nicht so anschaulich gestalten wie Weihnachten? Weihnachten da gibt es doch wenigstens einen geschmückten Weihnachtsbaum, eine Krippe mit Josef und Maria, Ochs und Esel, Hirten und Schafe, die drei Könige? Aber Ostern? Fehlanzeige. Ostereier, Osterhasen und bunt geschmückte Blumensträuße finden wir in der Bibel nichts. Von Weihnachten lässt sich so schön erzählen. Von der Geburt im Stall usw. Aber wie können wir von Ostern anschaulich erzählen? Dass ein Kind geboren wird, das haben wir entweder schon einmal selbst erlebt, so wie ihr, liebe Tauffamilien, oder wir haben das irgendwann und irgendwie mitbekommen. Sich die Geburt eines Kindes vorzustellen, das fällt uns nicht schwer. Aber sich vorzustellen, dass ein Mensch am Kreuz grausam stirbt, beerdigt wird und keine 48 Stunden später von den Toten aufersteht? Nein, das hat von uns niemand mitbekommen oder erlebt. Das können wir uns nur schwer und eigentlich gar nicht vorstellen. Und davon zu erzählen, das hat so ein bisschen was von Märchenstunde. Also, wie können wir Ostern anschaulich gestalten und darstellen, liebe Gemeinde? Oder ist das eine Unmöglichkeit? Ich will es heute morgen jedenfalls versuchen. Und dazu habe ich einige  Dinge mitgebracht.

 

Ich habe einen Stein mitgebracht.
Zurzeit Jesu war es üblich, die Verstorbenen in Grabhöhlen beizusetzen. Ein Stein schließt die Grabhöhle ab. Er ist also der Schlussstein eines Lebens. Er besagt. Hier endet alles einmal. Er schließt ab. So erinnert der Stein an das, was einmal war.
Der Stein symbolisiert auch die Schwere die auf der Seele eines Menschen liegt. Der Schmerz um einen geliebten Menschen, den der Tod genommen hat, nimmt mir alle meine Kraft. Der Stein ist der Kummer, der sich um uns wie ein fester Panzer legt. Er drückt uns die Luft ab, lässt uns kaum atmen. Es ist der Stein der Alltagssorgen, der uns täglich neu belastet. Was wird aus mir? Finde ich eine Ausbildungsstelle? Finde ich Arbeit? Verdiene ich genug Geld? Wer pflegt mich, wenn ich alt bin? Es ist der Stein des Klagens: Warum gerade ich? Warum passiert das mir immer wieder? Es ist der Stein der Wehleidigkeit, der mir die Sicht verstellt, um über den Horizont zu sehen. Es ist der Stein der Resignation. Was kann ich schon ändern?

 

Ich habe einen Engel mitgebracht.
Es ist nicht der Engel der Weihnachtsgeschichte, der Maria die Geburt Jesu ankündigt, den Hirten das Geschehen im Stall von Bethlehem deutet. Es ist der Engel, der die Frauen, die sich auf den Weg zum Grab gemacht haben, erschüttert und  der sie in Angst und Schrecken versetzt. Sicher, Jesus hat ihnen gesagt, dass er sterben und am dritten Tag auferstehen würde, aber wirklich gerechnet haben sie nicht damit. Wir konnten sie damit auch rechnen? Tod ist tot! Aus und vorbei. Sie haben es doch mit eigenen Augen gesehen. Jesus ist am Kreuz gestorben, ist ins Grab gelegt worden und ein mächtiger Stein ist davor gerollt worden. Jesus ist tot. Aus und vorbei. Und dann stehen sie vor dem Grab. Der Stein weggerollt und ein Engel, der mit ihnen spricht: Fürchtet euch nicht! Ich weiß, dass ihr Jesus, den Gekreuzigten, sucht. Er ist nicht hier; er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt und seht die Stätte, wo er gelegen hat; und geht eilends hin und sagt seinen Jüngern: Er ist auferstanden von den Toten. Und siehe, er geht vor euch hin nach Galiläa; da werdet ihr ihn sehen. Siehe, ich habe es euch gesagt.
Der Anfang einer neuen Hoffnung, der Anfang neuen Lebens. Die Rechnung von Intrige, Macht und Gewalt geht nicht mehr auf. Das Spiel ist vorbei, auch wenn immer wieder neu der Mensch den Menschen foltert, terrorisiert, bombardiert, ihn verhungern lässt. Das Spiel ist vorbei, auch wenn der Mensch Gottes Schöpfung ausbeutet. Der Engel weist uns den Weg: „und geht eilends hin und sagt seinen Jüngern, dass er auferstanden ist von den Toten.“

 

Ich habe eine Ortskarte mitgebracht.
Sie zeigt Eddelaks Straßen. Die Erzählung weist zweimal darauf, wo der Auferstandene zu sehen ist: in Galiläa. Einmal sagt es der Engel: „Und siehe, er wird vor euch hingehen nach Galiläa; dort werdet ihr ihn sehen.“ Und als ob es die Frauen nicht recht verstanden hätten, wiederholt es Jesus etwas später noch einmal: „Fürchtet euch nicht! Geht hin und verkündigt es meinen Brüdern, dass sie nach Galiläa gehen: dort werden sie mich sehen.“
Jesus schickt sie dorthin, wo die Frauen und Männer um Jesu zuhause sind, ihre Arbeit haben, wo ihre Familie, ihre Freunde sind. Jesus begegnet uns im Alltäglichen, mitten in unserem Alltag, mitten in unseren Orten. In Eddelak, in Averlak, in Dingen, in Kuden usw.  Als Lebender und auch als Auferstandener. Und Jesus sendet uns in unsere alltägliche Umgebung. In unsere Orte, auf unsere Straßen, in unsere Häuser, damit wir das, was wir heute hören, weitersagen und leben. So leben, als ob der Tod, all das, was unser Leben so schwer macht, uns belastet, all das, worüber wir uns sorgen und ängstigen, keine Rolle mehr spielen würde, keine Bedeutung mehr für uns hätte. Gott sendet uns in unseren Alltag und in unsere Dörfer, damit wir das Leben wagen. Ein Leben, in dem deutlich wird,  dass nicht das Böse, das Dunkle, der Hass, die Krankheit und der Tod das letzte Wort behalten, auch wenn das alles immer noch zu uns und unserem Leben und Alltag gehört und gehören wird. Gott schickt uns in unsere Dörfer und in unseren Alltag, damit wir die Welt vor Ort, hier bei uns menschlicher gestalten.

 

Und damit komme ich jetzt endlich zu euch, liebe Tauffamilie, und zu Mia Marie und Lina, die heute Vormittag getauft werden sollen. Denn eure beiden Töchter und ihre Taufen heute sind für mich weitere anschauliche Zeichen für Ostern, für den Anfang eines neuen Lebens. Dass immer noch Eltern Ja sagen zu Kindern, Ja sagen zu der Verantwortung, die mit der Schwangerschaft und der Geburt eines Kindes verbunden ist, Ja sagen zu einem mutigen Schritt, der voller Zuversicht, Vertrauen und Hoffnung nach vorne und in die Zukunft gerichtet ist. Dass auch heute noch Kinder geboren werden, das alles sind für mich Spuren Gottes und anschauliche Hinweise auf Ostern. Jede Taufe ist ein kleines Osterfest. Jede Geburt ist und bleibt ein Wunder, ist und bleibt etwas Unerklärliches. Neues Leben aus dem Nichts. Nicht in unserer Hand, auch wenn unsere Forschung mittlerweile vieles möglich zu machen scheint.
Dennoch sind Gespräche mit Eltern über Schwangerschaft und Geburt immer etwas ganz Besonderes und Spannendes. Und immer schwingt neben der Freude und Dankbarkeit über das neugeborene Leben und das Kind Sorge und Unsicherheit mit.

 

Und das gilt auch für das Gespräch mit ihnen, Anja und Lars, in ihrem Haus in Kuden. Da ist ganz viel Freude und Dankbarkeit bei ihnen darüber, dass Mia Marie lebt und zu ihnen gehört. Ein Leben ohne sie können und wollen sie sich gar nicht mehr vorstellen. Und doch gehören zu den zurückliegenden Monaten auch Sorgen und Ängste. Denn Mia Marie hatte es sehr eilig. Sie wollte unbedingt das Licht der Welt früher als errechnet und gedacht erblicken und kam so früher als geplant. Sogar neun Wochen früher. Dabei schien anfangs alles normal zu laufen. Und auch die anfängliche Übelkeit war normal und zu ertragen. Im Februar 2016 konnten sie sich sogar zu Dritt auf den Weg nach Thailand machen. Doch dann ging plötzlich alles unglaublich schnell, so dass sie beide sich nicht wie geplant in aller Ruhe auf die Geburt und die Zeit danach vorbereiten konnten. Bei der Geburt herrschte dann große Aufregung Heider Krankenhaus. Mehr und mehr füllte sich der Kreißsaal. Am Ende waren wohl 10 Leute um sie herum. Gott sei Dank verlief die Geburt dann problemlos und wie erhofft. Leider musste Mia Marie relativ schnell auf die Intensivstation gebracht werden, so dass sie nicht gleich in den Arm nehmen konnten, sondern zwei Stunden warten mussten. Nach zehn Sekunden mussten sie sie dann aber schon wieder abgeben.
Erst am nächsten Tag kehrte allmählich Ruhe und normales Leben ein. Dennoch musste sie 6 Wochen auf de Intensivstation bleiben, bevor sie sie nach Kuden holen konnten. Und zu Hause mussten sie langsam nach und nach das nachholen, was eigentlich in den Monaten der Schwangerschaft geplant war. Hinzu kamen dann auch noch Atemaussetzer, die erneut Sorgen und Ängste mit sich gebracht haben. Eine weitere Erfahrung, mit der sie leben und die ihnen in den Knochen steckt, aber mit der sie auch immer besser leben können, so dass nach und nach ein normales Leben möglich ist. Und zu dem gehören auch weiterhin Reisen. Vor kurzem an die Ostsee für drei Tage, im Mai zu Freunden nach Stuttgart und im August nach Griechenland.

 

Ganz so dramatisch war es bei euch, Jana und Sebastian, nicht. Und dennoch habt auch ihr mir in unserem Gespräch vor einiger Zeit neben eurem Dank und eurer Freude über die Schwangerschaft mit und die Geburt von Lina auch von Sorgen und Ängsten erzählt. Lina ist nach Finn Lasse euer zweites Kind. Und der Abstand zwischen den beiden war genauso gewollt und gewünscht. Dennoch war die Schwangerschaft nicht so sehr schön, da dich, Jana, nicht nur die normale Übelkeit quälte. Da war schon mehr, so dass man sogar von einer Schwangerschaftsvergiftung ausging und du für ein paar Tage ins Krankenhaus nach Heide musstest. Und da deine Nierenwerte nicht in Ordnung waren, musstest du ein Mal in der Woche zur Untersuchung. Nervig. Und zur Geburt musstet ihr dann auch noch ins Krankenhaus nach Itzehoe fahren, da in Heide kein Platz mehr war. Und dann ließ Lina auch noch auf sich warten. Schließlich sollte sie mit einem Kaiserschnitt geholt werden, da sie wohl sehr groß sei. Und so kam es dann auch. Allerdings stellte man nach der Geburt fest, dass sie gar nicht so groß und schwer war. Na ja, egal. Hauptsache Mutter und Kind waren gesund und munter. Schneller als gedacht ging es dann - Gott sei Dank- nach Hause, nach Dingen. Und in Dingen war ja auch alles fertig, so dass Lina einziehen konnte. Sie hat schnell durchgeschlafen und auch mit dem Essen gab es keine Probleme, wenn auch das Stillen nicht geklappt hat. Darüber seid nicht nur ihr beide glücklich, sondern auch Finn Lasse, der ein richtig toller Bruder ist. Er hilft, wo er kann und liebt seine Lina heiß und innig. Aber eines steht für Finn Lasse auch fest: Vier sind genug ! Na ja, es sei denn, er käme noch ein großer Bruder dazu, aber das wird wohl kaum möglich sein.

 

Das Leben und die Liebe setzen sich durch. Das heißt nicht, dass Gott uns das Schwere erspart und abnimmt. Gott entfernt nicht die vielen kleinen und großen Steine auf unseren Wegen, aber er hilft uns, unsere Wege durchs Leben zu gehen. Er begleitet uns, er stärkt uns den Rücken, er trägt uns, er fängt uns auf und vor allem lässt er es nicht zu, dass das Schwere die Oberhand gewinnt und das Letzte ist. Am Ende steht nicht der Tod, sondern das Leben, weil Gott ein Gott des Lebens und der Liebe ist. Dass ist es, was in Jesus Christus sichtbar und spürbar geworden ist. Sein Weg endet nicht mit seinem Tod am Kreuz, sondern mit seiner Auferstehung am Ostersonntag. Mit dem Tod ist nicht alles aus und vorbei. Der Tod ist nur eine Zwischenstation auf unserem Weg. Am Ende setzt sich das Leben durch.


Jede Taufe ist ein kleines Osterfest und erinnert uns an dieses Sterben Jesu und vor allem auch an seine Auferstehung. Jede Taufe erinnert uns daran, dass sich das Leben durchsetzt. Das Leben setzt sich durch und siegt. Und das soll heute ganz besonders und ganz persönlich Mia Marie und Lina gesagt, versprochen und gezeigt werden. In ihren Taufen verspricht Gott ihnen, dass er für sie da sein wird, dass er sie begleiten wird ihr Leben lang, auf all ihren Wegen. Gott verspricht, dass er für sie sorgen wird. Durch euch, ihre Eltern und Paten, durch euch, ihren Familien, durch uns, ihre Kirche.

Taufe - Stein – Engel – Ortskarte als Zeichen für Ostern. Gott schweigt nicht zu den Steinlasten unseres Lebens. Sein Engel öffnet uns die Augen und das Herz für die Wirklichkeit der göttlichen Liebe und die Ortskarte weist uns den Weg. Es ist kein dunkler Weg, kein Weg der Resignation und Trägheit, denn die Ostersonne bricht durch die Wolken. Amen.

 


Predigt in der Osternacht am 15. April 2017 zu Johannes 8,12
 

Liebe Gemeinde,

es ist wirklich finster auf und in unserer Welt. In Deutschland geht die Angst um. Mittlerweile gibt es sogar ein besonderes Wort dafür: "German Angst". Viele machen sich Sorgen und Gedanken um ihre Zukunft. Angst vor Altersarmut. Sie haben Angst, zu kurz zu kommen und ungerecht behandelt zu  werden.Sie haben das Gefühl, das andere besser behandelt werden als sie.  
Es ist wirklich finster auf und in unserer Welt. Angesichts des Leides, das so viele Menschen in Berlin und in Stockholm oder in Ägypten oder in Syrien oder in Afrika erleben mussten und müssen, verschlägt es uns die Sprache. Uns fehlen die Worte für das Ausmaß an Leid, Gewalt, Haß, Unmenschlichkeit und Tod. Der Terror verbreitet seine Finsternis über die Welt wie einen kalten Nebel aus Hass und Gewalt, der Zwietracht und Misstrauen sät. Und die Saat geht auf. So wie in Michael Endes Buch "Die unendliche Geschichte" das Land "Phantásien" mehr und mehr durch das „Nichts“ zerstört wird und mehr und mehr das Nichts die Oberhand gewinnt und alles Leben zerstört und vernichtet. Das erschreckt mich, macht mich sprach- und hilflos.

Es ist finster überall, wo Menschen mitten im Krieg leben, wo Menschen hungern,  überall, wo Hass und Hetzte die Oberhand gewinnen. Keine Einigung, kein Friede in Sicht. Die Menschlichkeit bleibt auf der Strecke.Es war auch in Bethlehem finster als Jesus geboren wurde: Das Land war besetzt, es gab Aufstände, es fehlte an Recht und Gerechtigkeit. Arme, Kranke und Alte hatten keine Chance. Aus eigener Kraft können die Menschen nichts verändern. Diese Finsternis will Macht über uns gewinnen und uns in die Kälte ziehen.

Liebe Gemeinde,
hoffentlich lassen wir uns nicht auch eines Tages von der Finsternis erfassen. Denn noch steckt sie in uns, die Sehnsucht nach Licht und Wärme. Und da kommt einer zu uns und sagt:  Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der  Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben. Gott will für uns durch Jesus ein Licht sein, das die Finsternis durchbricht. Eine Flamme, die selbst der Tod nicht löschen konnte. Das Licht der Schöpfung, das seit Ewigkeit leuchtet und Leben schafft. In Christus gewinnt es Gestalt. Wir zünden unsere neue Osterkerze, die zugleich unsere neue Taufkerze ist, an. Und wir zünden viele kleine Kerzen in dieser Osternacht an. Sie sollen zu Lichtern der Hoffnung werden und Licht in der Finsternis verbreiten. Kleine Lichter gegen eine so dunkle und tiefe Finsternis. Was bringt das schon? Was können wir schon ausrichten? Und da greift die Finsternis schon wieder nach uns, um jede kleine Flamme, jede kleine Hoffnung im Keim zu ersticken und auszulöschen.

Jedes Licht sagt: Gott ist auf eurer Seite – Christus ist solidarisch mit allen Menschen in Angst, Leid, Trauer und Not. Und er sagt: In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, denn ich habe die Welt überwunden. Jesus ist eben nicht nur das Baby in der Krippe, das kleine, niedliche Jesulein – da ist auch der erwachsene Jesus, der Klartext redet und sich nicht unterkriegen lässt von der Dunkelheit und Finsternis, sondern dem Dunkel des Todes das Licht des Lebens entgegensetzt.

In diese Welt und all ihre Finsternis wird Gott Mensch und hält Gott sein Menschsein durch, selbst in der größten, tiefsten und schrecklichsten Dunkelheit. Und dieser Welt sagt Gott durch Jesus: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.

Aber ganz so einfach das nicht. Es erhebt sich Widerspruch. Ich bin das Licht der Welt. Mhm – da kann ja jeder kommen. Das Johannesevangelium überspringt Geburt und Kindheit und blendet sich gleich dreißig Jahre später ein, beim erwachsenen Jesus, der auf viel Skepsis stößt. Er ist gerade im Gespräch und die Gespräche sind hier oft harkelig und holperig und voller Missverständnisse. Die Gesprächspartner haben eine Lust daran, sehr kritisch nachzufragen, manchmal sogar Jesus hinters Licht zu führen. Ich bin das Licht der Welt, sagt er. Mhm – da kann ja jeder kommen, antworten sie  sinngemäß. „Das sagst du von dir selber. Aber: Kann es denn noch jemand bezeugen?“
Jesus bietet als weiteren Zeugen keinen geringeren als Gott im Himmel auf. „Ich und der Vater sind eins.“ (Joh 10,30) Aber dieser Hinweis auf die Doppelspitze führt in diesem Gespräch auch nicht so recht weiter.
 
Ein paar Verse vorher wird beschrieben, wie Jesus zu einer Menschengruppe kommt. Jeder der Leute hat einen Stein in der Hand, gerichtet auf eine Frau in der Mitte. Die Männer sagen – nicht besonders leise – : „Beim Ehebruch erwischt, das Gesetz sagt Todesurteil, Steinigung. Was sagst du dazu, Jesus?“ Und Jesus sagt erst mal gar nichts. Erstmal etwas herunterkommen. Dann zeichnet er mit dem Finger in den Sand. Und schließlich legt er die Reihenfolge fest: Wer unter euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein. (Joh 7b) Stille. Nach und nach werden die Steine nicht geworfen, sondern auf dem Boden abgelegt. Diese Frau könnte auch gut bezeugen: Jesus, Licht der Welt. Ein Lichtblick im Leben. Das ist allerdings eine Lebenserfahrung, und kein hieb- und stichfestes, glasklares  Argument. Es ist eine Glaubensaussage und kein Beweis.

Jesus – Licht und Lichtblick der Welt. Mhm – da kann ja jeder kommen. Die Skepsis von damals hat sich nicht in Luft aufgelöst. Der Widerspruch ist geblieben. Und der Zweifel ist nach wie vor Geschwisterkind des Glaubens – auch bei uns. Wir feiern Ostern als solche, die sich nach Frieden in der Welt sehnen, nach wärmenden Friedenslichtern, nach Licht und Wärme, nach gelingendem Leben, nach Lebenssinn, nach Menschlichkeit und Gerechtigkeit und die nur zu gut wissen, dass das noch lange nicht unsere Wirklichkeit ist. Es ist finster überall in und auf unserer Welt.

Ich bin das Licht der Welt! Da kann ja jeder kommen. Das Aufregende ist dies: Nicht irgendjemand hat es über Jesus gesagt, dass er das Licht sei. Nein. Jesus selbst ist es, der es von sich gesagt hat. Und für uns Christen ist das unsere entscheidende Hoffnung, dass Gott in Jesus Mensch geworden ist, als Mensch gelebt hat und das Menschsein bis zum bitteren Ende, bis zum Tod durchgehalten hat. Gott selbst ist es, der uns durch Jesus sagt: Ich bin das Licht der Welt. Und er will uns Mut machen, diese Worte immer und immer wieder weiter zu sagen. Nicht aufzuhören, uns an das zu erinnern, was Jesus gesagt hat und an das, was er getan hat. Nicht aufzuhören, uns davon zu erzählen. Vor allem von Karfreitag und Ostern. Vom Tod Jesu am Kreuz und seinem scheinbaren Ende. Und von seiner Auferstehung am Ostersonntag. Der Tod hat nicht das letzte Wort. Am Ende siegt nicht der Tod, nicht die Dunkelheit und Kälte. Am Ende siegt das Leben, das Licht, die Wärme. Am Ende setzt Gott allem anderen eine Grenze. Am Ende setzt sich Gott durch. In diesem Glauben, in diesem Vertrauen und in dieser Hoffnung hören wir Jesus sagen: "Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben." Das will uns Mut und Kraft und Stärke geben, um Jesus zu folgen und seine Worte anderen weiterzusagen und um seine Liebe an andere weiterzugeben. Und dass das Weitererzählen seiner Worte, seiner Erzählungen und seiner Gleichnisse wichtig ist, macht die kleine Geschichte von Frederik, der Maus deutlich:

Frederick, eine kleine Feldmaus, lebt mit vier anderen Mäusen unter einer alten Steinmauer am Rande einer Wiese, Als der Winter naht, sammeln die Mäuse Vorräte für die kalte Jahreszeit, nur Frederick nicht. Auf die Frage, warum er nicht arbeite, antwortet Frederick: Ich arbeite doch. Ich sammle Sonnenstrahlen für die dunklen  kalten Wintertage. Und was machst du jetzt?,  fragen die Mäuse, als Frederick auf die Wiese schaut. Ich sammle Farben, antwortet Frederick, denn der Winter ist grau. Der Winter kommt und die Mäuse verkriechen sich unter der Steinmauer. Es gibt viel zu essen und die Mäuse sind glücklich. Doch die Vorräte gehen zur Neige und die Mäuse  fangen an zu frieren. Da erinnern sich die vier Mäuse an das, was ihnen Frederick  gesagt hatte. Sie wollen von Frederick wissen, was seine Vorräte machen. Macht die Augen zu, sagt Frederick, jetzt schicke ich euch die Sonnenstrahlen. Und als er von der Sonne erzählt, wird den Mäusen schon viel wärmer. Und was ist mit den Farben,  Frederick? Macht wieder die Augen zu, sagt Frederick. Und er erzählt von blauen  Kornblumen, von roten Mohnblumen, von gelben Kornfeldern und von grünen Blättern am
Beerenstrauch. Da sehen die Mäuse die Farben so klar vor sich, als wären sie aufgemalt in ihren kleinen Mäuseköpfen.

Es ist wirklich finster auf und in unserer Welt, liebe Gemeinde, und es wird noch sehr lange finster bleiben, denn die Dunkelheit, Kälte, Gewalt, Hass, Neid, Ungerechtigkeiten, Unmenschlichkeiten, Krieg, Krankheit und Tod werden auch weiterhin zu Gottes Schöpfung gehören. Wir sind eben immer noch auf dem Weg und werden es bleiben. Wir sind noch nicht am Ziel. Aber wir sind auf diesem Weg nicht allein. Gott begleitet uns. Mit Worten. Mit den Erinnerungen an Jesus. Durch seinen Geist. Aber auch durch andere. Wenn wir uns ein wenig umschauen, dann sehen wir in der Bank neben uns und auch vor und hinter uns, lauter kleine Lichter und lauter lebendige Lichtblicke. Und wenn wir die Worte Jesu ernst nehmen, dann sind wir selbst ein lebendiger Lichtblick, ein kleines Licht, dass die Dunkelheit durchbrechen kann und durchbricht.

Die heutige Osternacht möchte uns Mut machen, uns nicht unterkriegen zu lassen von den Dunkelheiten dieser Welt, die uns so oft lähmen, mutlos und sprachlos und hoffnungslos machen, Die uns allzu oft unsere Hilflosigkeit nur zu deutlich zeigen und auch wie unbedeutend und unwichtig und klein wir sind. Ostern hält dagegen. Mit Ostern als das Fest des Lebens zeigt uns Gott, wie wichtig wir für ihn sind. Mit Ostern  möchte uns Gott Mut machen, unsere kleinen Lichter gegen die Dunkelheiten dieser Welt zu stellen. Sei es mit einem Gottesdienst, mit einem gemeinsamen Lied, mit einer kleinen Kerze oder mit einem leisen oder lauten Gebet, sei es mit dem Weitersagen der Worte Jesu, dem Weitererzählen der biblischen Erzählungen. Wichtig ist, dass wir uns nicht allein lassen. Wichtig  ist, dass wir Lichterketten bilden und so mit dafür sorgen, dass Gottes Licht in dieser Welt niemals verlischt.

Amen.

 

 

Predigt am Palmsonntag zu Johannes 12,12-19

 

Tosendes Geschrei. Es ist ohrenbetäubend laut. Die Menge, die zum Passafest in der Stadt ist, brandet jedem entgegen. Jerusalem ist überfüllt von Stimmengewirr. Gedrängte Massen, unüberhörbar. Alle reden durcheinander. Tränen laufen über manche Gesichter. Erwartungsfroh warten sie. Gespannt. In ihren Händen: Palmzweige.

Jesus kommt nach Jerusalem. Der, auf den sie so lange gewartet haben. Der, auf den sie all ihre Hoffnungen  setzen. Sie haben von ihm gehört, sie haben gehört, dass er so mächtig ist, dass er Tote auferwecken kann. Von der Auferweckung des Lazarus haben sie gehört. Der solches kann, den möchten sie sehen. Er muss der sein, auf den sie schon so lange hoffen.

Und dann, dann kommt er in Sicht. Und das Gemurmel der Menge wird dröhnend: Hosianna. Hosianna. Immer wieder die Parole: O Herr hilf, o Herr, lass wohl gelingen.
„Als am nächsten Tag die große Menge, die aufs Fest gekommen war, hörte, dass Jesus nach Jerusalem käme, nahmen sie Palmzweige und gingen hinaus ihm entgegen und riefen: Hosianna! Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn, der König von Israel!“
„Hosianna!“ Das ist: Ein Hilfeschrei. Gerichtet an den, der kommt: Weil auf ihm die Erwartung liegt, diese Hilfe leisten zu können. Hosianna. Heißt: O Herr, hilf. O Herr, lass wohlgelingen.

Hosianna! Was sind die Hilfeschreie unserer Zeit? Ich höre Menschen erzählen, von ihren Sorgen, von ihren Sehnsüchten: im Heute und um das Morgen.
Eine Unsicherheit geht durch’s Land und betrifft nicht nur die einen oder die anderen; die Betroffenheit ist fast überall spürbar und in dieser Betroffenheit: das Sehnen, sich geborgen zu fühlen.
Menschen gehen auf die Straße, um zu protestieren und um Hilfe zu schreien. Auch heute. Und ich finde es gut, denn so bleiben Menschen nicht allein mit ihren Sorgen, Ängsten, Nöten, mit ihrem Zorn, ihrer Wut, ihrer Hilflosigkeit. Doch nicht immer gefällt mir das, was ich da in letzter Zeit auf deutschen Straßen höre. Ich sehe, dass Menschen ihrer (sicher oft auch berechtigten) Kritik, ihren Sorgen, Sehnsüchten und Ängsten, aber auch ihrer Wut und ihrem Zorn freien Lauf lassen. Doch ich höre auch Parolen, die längst überwunden schienen und spüre die unerfüllbare Sehnsucht nach einfachen Lösungen für unglaublich schwierige Fragen.

Hilfeschreie unserer Zeit? Ich höre Radio: „Gib mir ein kleines bisschen Sicherheit in einer Welt, in der nichts sicher scheint. Gib mir in dieser schweren Zeit irgendwas, das bleibt.“
So singen Silbermond, die Band aus Bautzen, in einem ihrer Lied und treffen damit den Nerv unserer Zeit. „Gib mir ein kleines bisschen Sicherheit.“
Silbermond singen das und richten ihre Worte an das menschliche Gegenüber: an den Freund, die Freundin, den Partner, die Mutter, an jemanden, den man liebt. „Gib mir ein kleines bisschen Sicherheit.“

Ich höre diese Worte und richte sie an Gott: „Gib mir irgendwas, das bleibt.“ Eine Bitte, getränkt von meinem Sehnen nach Geborgenheit. „Hosianna! Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn, der König von Israel.“ Der Hilferuf, der Jubel – gerichtet an Jesus – mit der Hoffnung auf Wandel. Die Erwartung: Umsturz des Bestehenden, Vertreibung der Machthaber. Und Jesus kommt. Aber er kommt nicht mit Getöse, er kommt nicht hoch zu Ross.
„Er fand einen jungen Esel und ritt darauf, wie geschrieben steht: Fürchte dich nicht, du Tochter Zion! Siehe, dein König kommt und reitet auf einem Eselsfüllen.“ Ein stiller König. Der Messias kommt, wie verheißen ist. Aber er kommt nicht als der Hochherrschaftliche, er kommt leise, mitten durch das Getöse wiegt sein Esel leise von links nach rechts und trägt ihn durch die Massen. Jesus sagt kein Wort. Still reitet er durch den Jubel. Hosianna. Gib mir ein kleines bisschen Sicherheit. Gib mir irgendwas, das bleibt.

Mein Hilfeschrei an Gott erhofft sich Antwort. Doch da ist oft: Stille. Da ist oft die Erfahrung: Gott schweigt. Dabei wünschte ich mir manchmal so sehr, dass er einfach eingreift, lautstark, dass er unüberhörbar sein möchte. Doch oft scheint Gott zu schweigen und mein Fragen ist dann so überlaut und ich verstehe ihn nicht.

Jesus reitet auf einem jungen Esel durch die dröhnende Menge. Jesus mitten im Getümmel auf einem Esel. „Das verstanden seine Jünger zuerst nicht; doch als Jesus verherrlicht war, da dachten sie daran, dass dies von ihm geschrieben stand und man so mit ihm getan hatte.“

Die Menge tobt, sie empfängt Jesus begeistert. „Das Volk, das bei (Jesus) war, als er Lazarus aus dem Grabe rief, rühmt die Tat.“  Jesus reitet durch die Palmzweige, die die Menge in Händen hält.
In der Menge auch andere Stimmen: die Pharisäer. Nicht jubelnd, nicht feiernd. Sondern machtlos gegen die Menge „sprechen sie untereinander: Ihr seht, dass ihr nichts ausrichtet; siehe, alle Welt läuft ihm nach.“
Jesus reitet still. Er unternimmt nicht den hoffnungslosen Versuch, lauter zu sein als alle zusammen. Still im Lärm, ruhend im Getümmel. Er reitet still in die Stadt, in der er in ein paar Tagen zum Tode verurteilt werden wird.  Nachdem er mit seinen Jüngern das letzte Mahl feiert, nachdem er im Garten Gethsemane betet, leidet er am Kreuz alle Hosiannas unserer Welt und wird dann gänzlich still.
Hosianna! Ein Hilferuf an Jesus in der Hoffnung auf Veränderung. Doch Jesus kommt nicht hoch zu Ross. Er kommt auf einem Esel und leise. Ohnmächtig, hilflos und schwach. In ein paar Tagen wird er am Kreuz sterben.  Was bleibt? Was bringt das? Für mich ist gerade das das Entscheidende. Gott hält sein Menschsein durch. Bis zum Schluss. Bis zum Sterben am Kreuz. Für mich heißt das: er hört unsere Hilfeschreie. Er weiß, was es heißt, Mensch zu sein. Und deshalb können wir bei ihm Halt finden, Hoffnung und Sicherheit inmitten aller Unsicherheit. Bei ihm verhallen unsere Hilfeschreie nicht. Er kennt das Leiden. Bei ihm findet unser Sehnen ein Ziel, bei ihm finden wir Halt und Ruhe – bei ihm ist inmitten aller Unsicherheit Hoffnung. Drei Tage nach seinem Tod bricht die Stille: Ostern – Jesus steht auf und damit verändert sich auch unsere Wirklichkeit. Jesus Christus ist da und mit ihm „irgendwas das bleibt“.Amen.

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Kirchengemeinde Eddelak